Der Fluß fließt gelb rot gelb....
Zur Geschichte, Inhalt und Entwicklung des Projektes der Künstlergruppe „Groupe du loup“:
Eine Installation, um das Lebensgefühl der Rocker- und Biker- Szene zu vermitteln, bildete die Grundlage für das Projekt „Der Fluss fließt gelb-rot-gelb“.
Die Installation bestand: aus einer Räumlichkeit, durch drei Stellwände gebildet, über 100 Fotos von Motorradumbauten daran geheftet,
...in der Mitte des Raumes ein blanker Motorradrahmen,
...umherliegendes Werkzeug, diverse Motorenteile und Werkstatthandbuch,
...dem Herzschlag des Menschen und dem Standlauf eines Motorrades, aufbereitet, synchronisiert und als Frequenzverlauf gestaltet, auf einem präpariertem Bildschirm sichtbar.
Erläuterung des Künstlers:
...
Meine mit dem Projekt verbundene Selbstvorstellung als Künstler folgert sich aus dem Selbstverständnis zu meiner Arbeit, aus Umsetzen von Impulsen, Schwingungen und Gegenständlichem, zu und aus dem Umfeld des Themas meiner Arbeit in Bild- Schrift- und Musik- Aussage. Ich sehe mein Verhältnis zu meiner Arbeit wie ein Empfänger und Sender zugleich. Ich empfange Impulse und setze um, verwandle. Polarisiere. Beschäftige mich mit dem Gegensätzlichem und den scheinbaren Gegensätzen. Um ihre Existenz. Experimentiere mit Reduktion und Arrangement. In Formen, in Farbe, Gegenständlichem, Töne und Tonfolgen, Akkorde, Gedanken, Fragen und Antworten... Mir ist die Energie, die in einer Verbindung von Kontroversen liegt, bewusst. ....
Von was handelt das Projekt:
Im schriftlichen Teil des Projektes erzählt ein Künstler seinem Freund -Erzählrahmen- von einem :
1.) fiktivem Künstler –Erzählebene I- , der nach einer durchzechten Nacht in einem Treppenhaus einschläft und von einem...
2.)
...Künstler träumt –Erzählebene II- der durch das Treppenhaus in einen Basar gelangt, auf einen Wasserverkäufer und Geschichtenerzähler trifft,... und ihm zu weiteren Geschichtenerzählern im „Cafe-Haus zum Elfenbeinturm“ folgt,... und dort aus den gegebenen Umständen heraus Geschichten erzählen muss,... und deshalb wiederum einen..
3.)
...Künstler erfindet –Erzählebene III- der diese sozusagen „ER-FÄHRT“.
Einige Ausschnitte zum Lesen:
.....
"Moe hört vom Zirkel kommend das Bike seines Freundes Eddy. Der Ton, das „rustikale Organ“ des von Eddy auf „Queen Mum“ getauften Paralleltwins hebt
sich von so gut wie allen in dieser Stadt gefahrenen Motorrädern ab. Er sieht
Eddy an der Ampel stehen und wundert sich als dieser plötzlich nach rechts
ausschert, richtig Stoff gibt, der sonore Klang des Langhubers schlägt
oberhalb der 5.000-Tourenmarke in ein Fauchen um, und auf der Willy- Brandt-
Allee in Richtung Adenauerring/Linkenheimer Landstraße davonbräzzt...
Moe läuft weiter zu seiner Druckerei. Unterwegs trifft er auf zwei Polizisten
benachbarten Polizeirevier, die mal wieder ein falsch geparktes Auto näher
Augenschein nehmen... ...man kennt sich, Moe besitzt die Druckerei schon
seit Jahren... ...und seit Jahren wird hier falsch geparkt... ...man kennt sich
vom Training im Kampfsport-Center, und auch sonst noch so... ...und einer
der Beamten erzählt Moe vom Großeinsatz der Nachtschicht... ...und von vier
Flüchtigen, eine der Beschreibungen könnte auf Eddy passen... ...in diesem
Teil der Stadt bleibt selten irgendetwas auf Dauer verborgen, und Eddy sei
der letzten Zeit mit „Ausfällen“ richtig gut dabei...
Ich werde mit ihm mal ernsthaft reden müssen, denkt Moe, während er die
letzten Meter zu seinem Geschäft zurücklegen will, als er plötzlich aus dem Augenwinkel heraus, auf der egenüberliegenden Seite an der Ecke des
Parkhauses, Marlene, die Freundin von Eddy, bemerkt...
...Marlene sieht etwas mitgenommen aus und ist einsilbig, hat einen Koffer
und eine große Reisetasche bei sich...
...Moe bietet ihr an, sie zu ihrer Freundin zu fahren...
...unterwegs erzählt sie Moe, dass sie die gemeinsame Wohnung verlassen
hat, dann bricht es los und sie schüttet Moe ihr Herz aus, was so in der letzten
Zeit gelaufen ist und das sie es so nicht mehr mitmacht...
Als Moe endlich in seinem Geschäft eintrifft wartet bereits Andy, ein „Schrauber“ aus der Pfalz, auf ihn. Beiläufig erzählt er Moe, dass er zuerst in
Eddys Atelier vorbeigeschaut hat, dort aber ein Riesengelage im Gange war
und das der Großteil von diesen schrägen Vögeln noch nicht mal gewusst
hatte wer Eddy ist und in welchem Atelier sie ihren Exzess zelebrieren... ...war
schon komisch, das Ganze...
Moe hat genug gehört, die heutigen Arbeitsabläufe stehen, die Maschinen
drucken, jeder seiner Leute weiß was zu tun ist und bis zur Auslieferung ist
seine Anwesenheit nicht vonnöten. Er verabschiedet sich von Andy, der
ohnehin weiter will, sich in der City sich ein bisschen umschauen, und fährt in
Richtung Eddys Atelier, er muss wissen was sich dort abspielt, und er ahnt
nichts Gutes....
...Moe beginnt jetzt richtig auszuflippen, fegt alles vom Schreibtisch, die
Stirnadern sind angeschwollen, er schreit, er tobt... ... ...
Zwischendurch stürmt er in den Atelierraum, fegt wie ein Tornado auf die
Anwesenden, öffnet die Fenster, wirft alle Flaschen, Papers, Rauchpieces und
was sonst noch auf den Tischen und Gerätschaften liegt in den Hof,
verdonnert die, welche nicht schnell genug verschwunden sind zumAufräumen und Saubermachen... ... ... keiner widerspricht oder macht
Anstalten sich davon zu stehlen... ... ...und kehrt zu Eddy ins Büro zurück...
Sein Zorn ist noch lange nicht verraucht...
Eddy, inzwischen nüchtern geworden, oder sehr viel nüchterner als zuvor,
steht angespannt im Büro, während Moe weitertobt. Keine Frage, was er sich
da geleistet hat, steht außerhalb von Allem, was seine Begriffswelt als gut,
richtig, korrekt oder fair einstuft, aber es war doch ohne Wollen, ohne es so
gewollt zu haben, nicht mit Absicht, nicht mit Vorsatz...
...schwule Scheiße(!), oder wie sonst soll man so ein Geschwätz nennen...
...Moe schlägt auf den Schreibtisch, Eddy zuckt auf, behält Moe unter
Anspannung im Auge, bereit zu reagieren, falls die Situation eskaliert, aber es
ist ihm klar, dass Reagieren ein frommer Wunsch bleiben würde, er könnte,
gesetztenfalles, die Situation würde eskalieren, Moe nicht viel entgegensetzen,
der Zorn von Moe, auch von Eddy als gerechtfertigt angesehen, würde ihn
geradewegs wegfegen, aber einfach so..."
Untermalt wird das Werk durch eigens erstelltes Bild- und Musikmaterial aus der Feder des Künstlers.
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937 Seiten Konzept auf 42 Seiten reduziert, 79 mehrfarbige Drucke und 2 Photoserien über die Performances vermitteln Ihnen ein Mehr an Information über das Projekt und seinen Stand. Eine Auswahl von 10 Musiktiteln umreißt die Bandbreite aus dem Spektrum von Session und Improvisation bis fertiges Arrangement.
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